KEZ - KBI Ebersberg

KBI EBERSBERG
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Aufgabe

Die  Feuerwehren und der Rettungsdienst in den Landkreisen Ebersberg, Erding und Freising werden von der zuständigen Integrierten Leitstelle Erding (ILS Erding) alarmiert. Auch die Notrufe über die Notrufnummer 112 kommen zentral bei der ILS in Erding an. Gerade bei großflächigen Unwetterereignissen (z.B. Sturm oder Hochwasser), die in der Regel zu einer Vielzahl von Notrufen und Einsätzen führen, benötigt die ILS Erding Unterstützung durch nachgeordnete Einrichtungen in den jeweiligen Landkreisen. Diese Aufgabe übernimmt im Landkreis Ebersberg die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) in Markt Schwaben, ggf.mit Unterstützung der zusätzlichen nachgeordneten Abschnittsführungsstelle (AFüSt) in Vaterstetten.
KEZ und AFüSt sind im Gegensatz zur ILS Erding nicht rund um die Uhr mit hauptamtlichem Personal besetzt, sondern werden nur bei Bedarf von der ILS Erding zur Unterstützung alarmiert. Besetzt werden die Einrichtungen dann von ehrenamtlichen Feuerwehrkräften aus dem Landkreis Ebersberg, die diese Aufgabe zusätzlich zu ihrem normalen Feuerwehrdienst ausüben. Die KEZ und die AFüSt gehören zum Fachbereich „Einsatzführungsunterstützung“ der Kreisbrandinspektion Ebersberg, der von KBM Stefan Gaedtke geleitet wird.

Einsatzbetrieb

Im  Alarmfall übergibt die ILS der KEZ ein Aufgabenpaket in Form von Einsätzen und Feuerwehrfahrzeugen. Die Aufgabe der KEZ ist dann die Koordination der Feuerwehrfahrzeuge, um die übergebenen Einsätze möglichst schnell und effektiv abzuarbeiten. Die KEZ alarmiert selbst keine Einsatzmittel und nimmt keine Notrufe entgegen. Im Unterschied zur ILS werden von der KEZ bzw. der AFüSt auch keine zeitkritischen Einsätze betreut, bei denen das Leben oder die Gesundheit von Menschen in Gefahr ist bzw. ein erheblicher Zeitdruck besteht. Die ILS übergibt der KEZ deshalb nur sogenannte nicht zeitkritische Einsätze, wie zum Beispiel Wasserschäden in Gebäuden, umgestürzte Bäume oder überflutete Straßen. Gerade diese Einsätze stellen bei Unwetterlagen jedoch die überwiegende Mehrheit der Einsätze dar. Durch die Übernahme dieser Einsätze kann sich die ILS Erding auf die zeitkritischen Einsätze (z.B. Verkehrsunfälle oder Brandeinsätze), die Annahme der Notrufe und die Alarmierung von weiteren Einsatzkräften konzentrieren und wird erheblich entlastet. Für die zeitkritischen Einsätze behält sich die ILS in Abstimmung mit der Kreisbrandinspektion Einsatzmittelreserven (z.B. Löschzüge) vor, die nicht an die KEZ übergeben werden.

Durch  den Gesamtüberblick über das Schadensausmaß im ganzen Landkreis sorgen die KEZ und die AFüSt neben der Entlastung der ILS für einen schnellen und organisierten Einsatz der Kräfte, wodurch eine effektive Hilfeleistung sichergestellt wird. Zusätzlich werden die Feuerwehren entlastet und können sich so besser auf die eigentliche Abarbeitung der Einsatzstellen im Schadensgebiet konzentrieren.

Historie

Im Katastrophenfall übernimmt das Landratsamt als zuständige Behörde die Gesamteinsatzleitung und koordiniert alle Einsatzmaßnahmen. Um auch dabei eine optimale Anbindung der KEZ an die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt zu ermöglichen, ist es von Vorteil, die KEZ in räumlicher Nähe zur Kreisverwaltungsbehörde einzurichten.
Da im Landratsamt in Ebersberg aktuell noch keine Räume für eine  Kreiseinsatzzentrale zur Verfügung stehen, mussten vorübergehende Lösungen gefunden werden. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Integrierte Leitstelle Erding wurde in Markt Schwaben ein neues Feuerwehrgerätehaus geplant, weshalb entschieden wurde, dort Räume für eine sogenannte Abschnittsführungsstelle (AFüSt) mit einzuplanen, welche die Aufgaben einer Kreiseinsatzzentrale in begrenztem Umfang wahrnehmen kann. Diese Zentrale wurde vom Landkreis Ebersberg geplant und ausgestattet und übernimmt die Aufgaben einer Kreiseinsatzzentrale, solange im Landratsamt keine KEZ eingerichtet ist. Betreiber und Aufsichtsbehörde der AFüSt Markt Schwaben ist das Sachgebiet Brand- und Katstrophenschutz im Landratsamt Ebersberg.

Nach der Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrgerätehauses in Markt Schwaben im September 2012 wurde mit dem Aufbau der Technik der AFüSt begonnen. Gleichzeitig wurde ein Team von ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden zusammengestellt, das bereit war, sich der neuen Herausforderung zu stellen. Die Ausbildung der Mannschaft ist bereits im Februar 2013 angelaufen und umfasst neben der Bedienung der Einsatzleitsoftware auch einen Notbetrieb mittels Papier und Stift um bei längerfristigen Stromausfällen oder Störungen der komplexen EDV-Anlage den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Bis heute und auch zukünftig trainiert das Team die Aufgaben und Abläufe ein- bis zweimal im Monat. Um die Einsatzbereitschaft der AFüSt auch bei längeren Einsätzen und im Schichtbetrieb gewährleisten zu können, wird weiterhin nach engagierten Helfern gesucht, die sich für die Mitarbeit in der AFüSt interessieren.



Da die derzeitigen Räumlichkeiten im Feuerwehrgerätehaus Markt Schwaben begrenzt sind, gleichzeitig aber die technischen Anforderungen sowie die Einsatzanforderungen steigen, wurde von der Kreisbrandinspektion im Jahr 2015 die Entscheidung getroffen, im Feuerwehrgerätehaus Vaterstetten eine weitere, nachgeordnete Abschnittsführungsstelle (AFüSt) aufzubauen, betreiben und finanziert von der Gemeinde Vaterstetten. Das Team setzt sich dabei aus Mitgliedern der Feuerwehr Vaterstetten zusammen.
Wie schon von der Integrierten Leitstelle Erding (ILS Erding) zur KEZ in Markt Schwaben können auch die Einsätze und Fahrzeuge auf digitalem Weg per Schnittstelle von der KEZ an die AFüSt Vaterstetten weitergegeben werden. Durch die zwei weiteren vollwertigen Dispositionsarbeitsplätze in der AFüSt Vaterstetten erhöht sich die Gesamtkapazität der Einsatzbearbeitung für den gesamten Landkreis.



Die Kombination beider Einsatzzentralen wurde 2017 in Betrieb genommen. Lesen Sie hier mehr zu Inbetriebnahme.




Technik

Um die komplexen Aufgaben wahrnehmen zu können, braucht es nicht nur ein gut ausgebildetes und eingespieltes Team, sondern natürlich auch eine leistungsfähige und hochmoderne Infrastruktur. In den Räumen in Markt Schwaben stehen im Dispositionsraum zwei Einsatzleitplätze zur Verfügung, die denen in der Integrierten Leitstelle (ILS) nachempfunden sind. Auf den Rechnern läuft das Einsatzleitsystem EDP4, mithilfe dessen auf jeweils drei Bildschirmen eine Karte, die zur Verfügung stehenden Einsatzmittel, die offenen Einsätze sowie viele weitere Informationen dargestellt werden können. Der zentrale Server ist über eine Schnittstelle an die ILS angebunden. Über diese Schnittstelle werden die Einsätze und die Fahrzeuge innerhalb von Sekunden elektronisch von der ILS an die Abschnittsführungsstelle (AFüSt) übergeben, wodurch Fehler bei der Übermittlung vermieden werden sowie erheblich Zeit gespart wird. Jeder Arbeitsplatz verfügt außerdem über mehrere Funkgeräte inklusive Headset sowie ein Telefon. Zusätzlich stehen als Rückfallebene zwei Faxgeräte zur Verfügung, um die Einsätze notfalls per Alarmfax von der ILS an die AFüSt übermitteln zu können. Als Rückfallebene für die Funkanlage stehen akkubetriebene Handfunkgeräte zur Verfügung. Zur Übernahme und Sichtung der Einsätze steht ein weiterer Alarmannahmeplatz in einem Nebenraum zur Verfügung. Sollte die Stromversorgung ausfallen, kann über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und ggf. eine Stromeinspeisung von außen auch weiterhin der Betrieb der Funk- und EDV-Anlage aufrechterhalten werden. Für Besprechungen steht ein Besprechungsraum mit Beamer und Flipchart bereit. Auch von außerhalb kann mit den Einsatzleitwägen der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) per Datenanbindung auf den Server zugegriffen werden, um einen Einblick in die laufende Einsatzsituation zu erhalten.



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