Historie der UG-OEL - KBI Ebersberg

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Katastrophenschutz im Landkreis Ebersberg – Führungsgruppe Technische Einsatzleitung (FüGr-TEL) und Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL)

Entstehung und Rückblick vom früheren Leiter der Führungsgruppe TEL

Autor: Josef Wachinger, Gelting

Zuerst werden einige Auszüge aus der Festschrift „50 Jahre Zivil- und Bevölkerungsschutz in Deutschland“ aufgezeigt, um die Entstehung der FüGr-TEL zu verstehen.

8.–12. August 1975
Waldbrandkatastrophe im Regierungsbezirk Lüneburg. Es war der bis dahin größte Waldbrand in der Bundesrepublik Deutschland und er forderte sieben Todesopfer. 7.500 Hektar Wald gingen in Flammen auf. 4.784 Helfer mit 313 Fahrzeugen waren eingesetzt. Die Katastrophe offenbarte Mängel in der Zusammenarbeit im bundesdeutschen Katastrophenschutz. Dies führte zu einem bundeseinheitlichen Führungsmodell, nach dem nun auf Bundes- wie auch auf Landesebene die Stabsausbildung erfolgte. Dazu war eine zentrale Führungsvorschrift, die KatS-DV 100, herausgegeben worden. Durch ein 1,1 Milliarden DM umfassendes Konsolidierungsprogramm sollten zwischen 1980 und 1990 die Ausstattungsprobleme im erweiterten Katastrophenschutz (KatS) behoben werden. Grundlagen waren die Stärke- und Ausstattungsnachweise (STAN) für die Fachdienste des Katastrophenschutzes.

9. August 1976
Das Gesetz für den Zivilschutz tritt in Kraft. Es stellt eine Neufassung des ersten Gesetzes für die Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung von 1957 dar.

22. Juni 1979
Einführung eines Stabsmodells für die Führung im Katastrophenschutz auf Kreisebene durch Beschluss der Ständigen Konferenz der Innenminister/-senatoren des Bundes und der Länder.

19. Juni 1980
Auflage eines 1,2 Milliarden DM umfassenden Förderprogramms für den erweiterten Katastrophenschutz (Fahrzeugbeschaffung). Schwerpunkt des Bundes ist das vom Bundessicherheitsrat gebilligte Konsolidierungsprogramm, nach dem die Ausstattung des erweiterten Katastrophenschutzes im Laufe von 10 Jahren bis 1990 durch die Beschaffung von mehr als 10.000 neuen Einsatzfahrzeugen sowie Fachdienstausstattungen zu modernisieren und komplettieren ist. Von 1980 bis 1985 wurden 6.528 neue Einsatzfahrzeuge und Fachdienstausstattungen den Einheiten und
Einrichtungen des erweiterten Katastrophenschutzes übergeben.

Im Jahr 1981 wurden durch Kreisbrandinspektor Johann Gunszt die Feuerwehren im Landkreis Ebersberg aufgefordert, Personal für die Führungsgruppe TEL zu melden. Am 14.09.1981 meldete Fritz Müller, 1. Kommandant der FF Pliening, Josef Wachinger als Mitglied zur Führungsgruppe TEL an.

Am 01.10.1981 erhielt dieser die erste Einladung vom Landratsamt Ebersberg zu einer Ausbildung bei der Leiterin der FmZt-HVB (Fernmeldezentrale–Hauptverwaltungsbeamten) Frau Streinz. Zahlreiche Ausbildungen folgten darauf hin. Zum ersten Kennenlernen der Mitglieder aus den Gruppen der TEL/ÖEL hatte das Landratsamt am 16.11.1981 nach Parsdorf ins neue Feuerwehrgerätehaus eingeladen.

Am 28.11.1981 fand die erste Katastrophenschutzübung in Poing statt. Unter dem Namen „Novembernebel“ wurden hier die ersten Erfahrungen gesammelt. Um diese Zeit musste man sich die Frage stellen, wer die Führungsgruppe leiten sollte. Kommissarisch wurde Franz Lang beauftragt, der damalig erste Kommandant der FF Poing. Ein genaues Datum ist nicht mehr bekannt.

Die nächste dokumentierte Besprechung fand am 27.07.1982 im Katastrophenschutzraum (K-Raum) des Landratsamtes Ebersberg statt. Im Anschluss an diese Besprechung wurde ein Führungsfahrzeug an die FüGr-TEL übergeben. Untergebracht wurde das Fahrzeug in einer freien Garage der Feuerwehr Poing, direkt neben dem Rathaus. Mit der dürftigen Ausstattung des FüKw (Führungskraftwagen) wurden zahlreiche Übungen abgehalten.

Im November 1983 wurde Josef Wachinger von Franz Lang gebeten, die Leitung der FüGr-TEL zu übernehmen.

Am 01.12.1983 wurde der neue Leiter vom damaligen Landrat Hermann Beham offiziell zum Leiter der Führungsgruppe TEL ernannt. Der Start war nicht einfach, weil das Personal fehlte. Die freiwilligen Helfer von verschiedenen Feuerwehren des Landkreises wurden immer weniger. Es war nur durch die Freistellung von der Wehrpflicht möglich, Helfer zu gewinnen, die sich für zehn Jahre verpflichtet hatten. Durch eben diese Befreiung vom Wehrdienst musste jedes Jahr ein Ausbildungsplan von mindestens 80 Stunden aufgestellt und die Ausbildungen durchgeführt werden.

Zudem war es sehr wichtig, Kontakte zu den anderen Hilfsorganisationen herzustellen. Durch frühere Ausbildungen beim THW in Markt Schwaben, war die FüGr-TEL hier schon bekannt.

Nach dem Besuch des Schiedsrichterlehrgangs im Mai 1984 und der Zugehörigkeit zum Schiedsrichterteam der Kreisbrandinspektion ab Juni 1984 waren die Kontakte vom Leiter der Führungsgruppe Josef Wachinger zu den Feuerwehren sehr gut. Das erleichterte nicht zuletzt die Gewinnung von neuen Mitgliedern für die Gruppe des Katastrophenschutzes.

Im Laufe der Zeit absolvierte Josef Wachinger einige Lehrgänge an der Katastrophenschutzschule in Ahrweiler und Geretsried, sowie die komplette Feuerwehrtechnische Ausbildung bis zum Verbandsführer. Dem ein oder anderen mag hier ein Zusammenhang auffallen – die staatliche Feuerwehrschule Geretsried ersetzte im Juli 1995 eben diese Katastrophenschutzschule und besteht seitdem in ihrer heutigen Form.

Am 26.05.1984 fand eine Großübung der Katastrophenschutzeinheiten statt. Hier waren der Landkreis Ebersberg und der Landkreis München (Ost) beteiligt. Man stellte fest, dass die Funkversorgung für den Katastrophenschutz im Landkreis Ebersberg sehr schlecht war. Das Relais mit dem Kanal 494 war am Wasserturm in Erding montiert. Im Nachgang der Übung wurde versucht, einen eigenen Kanal mit Relais zu bekommen.
Daraufhin wurde für den Katastrophenschutz eine Sendeeinrichtung für den Kanal 506 auf dem Fernmeldeturm in Kirchseeon installiert. Der genaue Start des Betriebs ist nicht mehr bekannt.

Eine große Katastrophenschutz-Vollübung unter dem Namen „Vierklang 86“ fand am 28.06.1986 in den Landkreisen Ebersberg, Erding und Altötting unter der Leitung von Regierungspräsident Raimund Eberle statt.
Weiter fanden jedes Jahr Funkübungen mit der FmZt-HVB (Fernmeldezentrale Hauptverwaltungsbeamten) und mit der Katastrophenschutzschule in Geretsried statt. Die Ausstattung wurde weiter ergänzt und Funkgeräte Typ FuG 10a wurden angeschafft. Nach dem Start des neuen C-Netz 1987 durch die Deutsche Bundespost, versuchte Josef Wachinger, ein Gerät zu beschaffen. 1991 war es dann soweit. Der Einbau des C-Netz Telefons mit Fax in den FüKw erfolgte am 21.05.1991 bei der Firma Bosch.

Einige Monate nach dem Einbau des C-Netz Telefons, wurde Wachinger nach München in das damalige Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz eingeladen, wo auch einige Herren aus Bonn anwesend waren. Bei diesem Treffen wurde der FüKw besichtigt und die Planungen für ein neues Fahrzeug dieses Typs im Landkreis vorgestellt. In Bonn wurde noch an einer neuen Baureihe des FüKw gearbeitet, die aber später eingestellt wurde.

Nach der friedlichen Eingliederung der DDR wurde der kalte Krieg für beendet erklärt, und der Bund fuhr den Katastrophenschutz sehr stark zurück. Bei uns im Landkreis Ebersberg lief alles weiter wie bisher.

Nach einigen Jahren Unsicherheit über den Fortbestand der TEL, wurde vom Land Bayern die UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) eingerichtet. Im Landkreis Ebersberg wurde diese Einheit ab 1995 aufgestellt. Sie ersetzte die Bundeseinheit „Technische Einsatzleitung – TEL", die nach Abschluss der Neukonzeption des Katastrophenschutzes vom Bund nicht mehr fortgeführt wurde.

Am 01.07.1995 wurde Josef Wachinger zum Kreisbrandmeister ernannt, und somit war die UG-ÖEL offiziell an die Kreisbrandinspektion angegliedert. Vom Landratsamt wurde er damals auch zum „Örtlichen Einsatzleiter“ im Voraus benannt. Diese Position sah das neue Katastrophenschutzgesetz in Bayern vor.

Im Herbst 1992 wurde mit der Inbetriebnahme des ELW 2 (bestehend aus zwei Fahrzeugen EBE Land 12/1 und Land 10/1) das ELW-Team gegründet. Dieses Team hatte die gleichen Aufgaben wie die UG-ÖEL, nur mit dem Unterschied, dass es den Feuerwehr-Einsatzleiter, welchen es bei jedem Einsatz der Feuerwehren gibt, unterstützt. Dieser unterscheidet sich vom örtlichen Einsatzleiter dahin, dass letzterer nur im Katastrophenfall, oder bei größeren Schadensereignissen, die keine Katastrophen sind, eingesetzt wird. Dabei bedarf es der konkreten Entscheidung von den zuständigen Behörden und den Regelungen im Katastrophenschutzgesetz (Art. 6 und 15).

Diese beiden Gruppen wurden parallel betrieben und ausgebildet. Ab dem Jahr 1997 wurde durch Josef Wachinger ein gemeinsamer Ausbildungsplan für UG-ÖEL und ELW-Team aufgestellt und durchgeführt. Die Alarmierung der kompletten Mannschaft erfolgte bei den Alarmstufen 3, 6 und 7 automatisch oder auf Anforderung des Einsatzleiters (Feuerwehrkommandanten) auch bei niedrigeren Alarmstufen.

Am 08.07.1999 wurde der FüKw außer Dienst gestellt. Der technische Zustand war so schlecht, dass eine Weiterführung des Betriebes nicht mehr zu verantworten war. Deshalb wurde mit Hochdruck die Beschaffung eines neuen ELF (Einsatzleitfahrzeug) begonnen. Die ersten Angebote wurden 1999 eingeholt. Am 18.07.2000 wurde die Zuschussgenehmigung von der Regierung von Oberbayern erteilt.

Am 24.08.2000 wurden die Aufträge zur Beschaffung des neuen Fahrzeuges an die Firma Mercedes Benz (Fahrgestell) und Firma Geidobler (Aufbau) vom Landrat Hans Vollhardt erteilt.

Am 20.12.2000 erfolgte die Anlieferung des Fahrgestells bei der Firma Geidobler. Danach wurde das neue ELF bei der Firma Geidobler ausgebaut, dabei waren viele Abstimmungen und Besuche der UG-ÖEL, vor allem von ihrem Leiter Wachinger, nötig.
Das ELF wurde am 03.07.2001 nach der Abnahme durch die Kreisbrandinspektion in Betrieb genommen.

Am 31.12.2003 schied Josef Wachinger aus persönlichen Gründen aus der Kreisbrandinspektion aus. Sein Nachfolger wurde Markus Frantz von der FF Pöring.

Am 01.03.2016 wurde Stefan Gaedtke von der FF Zorneding zum Kreisbrandmeister für die Unterstützungsgruppe benannt und übernahm somit die Funktion von Markus Frantz innerhalb der UG-ÖEL.

Katastrophenschutz-Übung Vierklang 86.
Einsatzleitung mit Kater Ebersberg 11/1 (links)
und Leopold 10/1 (rechts)



                                                                                  





Katastrophenschutz-Übung Vierklang 86.
Mitglieder der Führungsgruppe Technische Ein-
satzleitung (FüGr-TEL) Ebersberg









Zeitungsartikel zur Katastrophenschutz-Übung Vierklang 86 im Jahre 1986.



Mitglieder der UG-ÖEL im Jahre 2001
mit den damals einzigen Fahrzeugen
Florian Ebersberg Land 12/1 (Technik)
und 10/1 (Besprechung).






Mitglieder der UG-ÖEL im Jahre 2005
mit den damaligen Fahrzeugen Florian
Ebersberg Land 12/1 (Technik) und
10/1 (Besprechung). In der Mitte das
ELF Kater Ebersberg 12/1




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